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Der verlorene Sohn

  • Autorenbild: Jüjü Juillard
    Jüjü Juillard
  • vor 13 Stunden
  • 7 Min. Lesezeit

Hallo Freunde

Ich schrieb diese Newsletter letzte Woche von meinem Bett aus, da ich gut zwei Wochen mit einer Lungenentzündung im/ums Bett war. Ich war wieder viel beschäftigt die letzten Wochen und Monate, weswegen sich mein Körper jetzt warscheinlich die nötige Ruhe holte. Dafür gibt es umso mehr spannende Geschichten für für euch haha.

Unterdessen geht es mir auch wieder deutlich besser.


Zuerst will ich euch aber noch unsere Geschichte mit Nick erzählen. Das ist mittlerweile zwar schon 5 Monate her, aber es ist ein wirklich wunderbares Zeugnis von zweiten Chancen und wie Gottes Pläne viel cooler sind, als wir uns das ausmalen können.

Jetzt viel Spass!


Inhaltsverzeichnis


Nick

Dies ist wahrscheinlich unser grösstes Zeugnis von unserem Outreach in Fiji.

Ziemlich genau zur gleichen Zeit, als wir unsere Lecture Phase in Neuseeland hatten, war Nick auf seiner DTS in Suva, Fiji. Angeblich war er da nicht sehr verlässlich und ist z. B. auch einige Male von der Base abgehauen. Er kommt selber aus Suva und hatte da wohl seine Kontakte. Nach fehlender Bereitschaft seinerseits, sich zu verbessern, und einem etwas unvorteilhaften Prozess auf Seiten seiner Schule wurde er nach seiner ersten Woche Outreach in Fiji nach Hause geschickt. Er hatte eigentlich den Plan, auf dem Weg nach Hause abzuhauen, aber die Schulleiter bezahlten ihm ein Taxi, weil sie ihn noch ein letztes Mal segnen wollten, und so wurde er zu seiner Tante gefahren: Aunty Va, die Baseleiterin in Nadi, wo wir auch gerade unsere erste Woche Outreach abgeschlossen hatten. Er wollte eigentlich nichts mehr, als weg von YWAM zu kommen und seine DTS zu vergessen (weil er im Prozess glaube ich schon nicht ganz so fair behandelt wurde). Wir brauchten aber noch einen Fijianer, der mit uns mitkam fürs Übersetzen etc., und so wurde Nick von seiner Tante dazu "verdonnert" mit uns zu kommen. Was wahrscheinlich das Beste war, was ihm und uns hätte passieren können.

So, das war die Vorgeschichte, von der wir allerdings bis viel später kaum etwas wussten. Für uns war Nick von Anfang an eine grosse Hilfe. Er hat die Verantwortung als unser einziger Guide und Übersetzer von Anfang an sehr gut wahrgenommen – aber mehr als das: Er war sehr lustig, hat bei den Ministries und Gottesdiensten seine eigenen Ideen eingebracht, gepredigt, hat oft ungefragt den Abwasch gemacht, mit den Gastgebern kommuniziert und, als allerwichtigstes, er hat sich sehr gut in das Team eingegliedert. Wir haben uns gut mit Nick verstanden und sahen auch seine Bereitschaft zu wachsen. So fragten wir ihn, ob er für die nächsten zwei Wochen auch noch mit uns mitkommen wolle (Wir fragten ihn beide Male erst am Vortag, sorry Nick). Während unserer letzten Woche mit ihm haben wir dann immer mehr über seine Vorgeschichte erfahren und haben uns dann, ohne sein Wissen, mit seiner ursprünglichen DTS unterhalten. Nach mehreren Telefonaten und weil sie gehört haben, wie sich Nick verändert hat, haben wir ihm und dem Rest unseres Teams dann in seiner letzten Stunde mit uns mitteilen können, dass er nicht nach Hause geht. Stattdessen durfte er in sein altes Team zurückkehren und wir sponserten ihm seine Outreach-Kosten. Ihr könnt euch vorstellen, wie sehr wir uns alle gefreut haben! Gott hat diese Geschichte besser geschrieben, als wir uns das je hätten träumen können. Und so ging Nick nicht in der ersten Outreach-Woche nach Hause, sondern kriegte eine zweite, unerwartete Chance, wurde ein guter Freund von uns, konnte auf diese Weise seinem Land dienen und konnte dann als Missionar nach Malaysia gehen (was finanziell vorher eigentlich nicht drin lag). Aber das Wichtigste: Gott hat ihm eine zweite Chance geschenkt und ihm gezeigt, wie sehr Er ihn liebt!

Ich muss hier auch noch anmerken, dass ich diese Geschichte keineswegs erzähle, um zu zeigen, welche guten Taten wir vollbracht haben. Im Gegenteil. Für uns war unsere Zeit mit Nick extrem schön und wir denken, dass er uns mehr gesegnet hat als wir ihn. Er war von Anfang an eine grosse Hilfe und ein guter Freund – was wir beides nicht gehabt hätten, wäre er nicht von Aunty Va gezwungen worden, mit uns mitzukommen😀 Und ich war natürlich froh, noch einen zweiten Jungen im Team zu haben😉

Recap

Re-Entry & DTS-Abschlusswoche

Wir haben uns nach 8 Wochen wieder in Whangarei getroffen, die Schüler aufs Nachhausegehen vorbereitet und unter anderem die Graduation durchgeführt. Da die nächste DTS (und nun auch eine BCC!!!) schon im Januar angefangen hatte, waren unsere Häuser besetzt und wir wurden in Bungalows auf einem Campingplatz untergebracht. Wir hatten Unterricht, konnten uns wieder mit den anderen Teams connecten und die neuen Schüler kennenlernen. Wir haben gefeiert, Spass gehabt, abgeschlossen und, von Tränen begleitet, Tschüss gesagt.


Staff Debrief

In dieser Woche haben wir uns als Team getroffen und haben, auch mit Hilfe von Schüler-Feedback, die Schule besprochen und geschaut, was gut war und was wir verbessern könnten. Das Feedback war glücklicherweise fast ausschliesslich positiv! Ausserdem haben wir gebetet, in Erinnerungen geschwelgt, Einzelgespräche durchgeführt und zum Abschluss zusammen im Park gegessen.


Ferien

Für meine erste Woche Ferien durfte ich bei Nico und Bri, meiner Co-Leiterin, wohnen. Das war sehr erholsam und weit weg vom normalen Arbeitsumfeld. Ich habe viel gekocht, gelesen, bin gewandert und habe mit ihrer kleinen Tochter gespielt.


DTS-Workshop

Das wäre eigentlich meine zweite Woche Ferien gewesen, hätte da nicht ein DTS-Workshop in Fiji stattgefunden. Ich konnte wirklich vieles lernen, das ich zurück ins Team bringen und bei zukünftigen Schulen anwenden kann. Ich konnte ein paar neue Kontakte knüpfen, mich mit Freunden austauschen und auch einige neue Freundschaften mit ein paar richtig coolen Leuten schliessen. Ausserdem war es extrem schön, diverse Leute (unter anderem) in meinem Alter kennenzulernen, die richtig in den Pazifik investiert sind. Ich bin fest davon überzeugt, dass diese Woche meine Zukunft bei YWAM massgeblich prägen wird und dass einige der Menschen, die ich hier getroffen habe, noch Geschichte im Pazifik schreiben werden oder es schon tun.


Operations

Wenn man bei uns nicht gerade eine Schule mitleitet, wird man Teil vom „Operations Team“. Dieses Team ist einerseits für einen Grossteil der praktischen Arbeiten wie zum Beispiel Kochen, Reparaturen und diverse andere Aufgaben zuständig. Andererseits beten wir viel für die Schule sowie die Base und investieren Zeit in unsere Community-Einsätze, aber auch in Ministries von anderen Organisationen und Kirchen. Es war mein erstes Mal im Operations Team (da ich ja bis jetzt bei allen Schulen dabei war, haha) und ich habe den etwas ruhigeren Alltag sehr genossen.


Ostercamps

Über Ostern war ich dann bei zwei sehr verschiedenen Lagern dabei:

Im ersten Camp waren ungefähr 5000 Teens, viele von ihnen waren keine Christen. Man hat in seinen Zeltdörfern übernachtet, zweimal am Tag gab es Sessions mit Worship, Predigt etc. in einer grossen Halle und dazu gab es viele Workshops. Ich durfte am Kiosk mithelfen, hatte viel Spass und wenig Schlaf (wie es sich für ein gutes Camp gehört😁).

Das zweite war eher ein Jungschar-mässiges Camp, aber mit jüngeren Kindern und nur tagsüber. Dort habe ich die Teenage-Leiter unterstützt, durfte mit ihnen einen Input teilen und einfach dort helfen, wo es gebraucht wurde.


Open Season

Open Season nennen wir die Zeit, wenn gerade keine Schule anwesend ist. Hier liegt der Fokus vor allem auf Community-Arbeit, Vorbereitungen für die nächsten Schulen und individuellen Arbeiten. Da unser Team in den letzten zwei Jahren extrem gewachsen sind, haben wir deutlich mehr Kapazität für Projekte ausserhalb der DTS. Wir haben mehr spezialisierte Teams und die Leute können ihren Stärken nachgehen. Etwas, was ich an unserem Campus sehr schön finde, ist, wie visionär wir sind. Ich verspreche unterdessen nichts mehr, aber ich denke, ich werde in Zukunft einmal erzählen, was unser Ministry noch so vorhat.


Pastoralbesuche in Asien

Ich durfte 3 Wochen in Indonesien und Thailand verbringen. Nach ungefähr der Hälfte eines DTS Outreaches senden wir einen Leiter von unserer Base zu den Teams, um einen sogenannten Pastoralbesuch durchzuführen. Dabei geht es darum, die Teams nicht nur auszusenden, sondern sie auch zu begleiten und zu unterstützen.

In der ersten Woche war ich in Bali und habe Barry, unserem Ministry-Leiter, etwas über die Schultern geschaut, wie er das Ganze macht. Danach bin ich nach Thailand gegangen und habe dort unser Team in Chiang Mai besucht. Wir gingen dort in ein Dorf in den Bergen, um mit den Einheimischen zu arbeiten. Dies war meine Nachricht in den Gebets-Chat damals:

„Wir befinden uns hier gerade in einem Bergdorf in Thailand. Es ist schon sehr krass hier😅 Man fühlt sich ein wenig wie in einem Kung-Fu-Film😂 Das Dorf hier hatte vor 30 Jahren keinen einzigen Christen und unterdessen sind 14 von ca. 100 Familien Jesusnachfolger. Heute haben wir die Frau des Dorfchefs besucht. Sie hat uns erzählt (durch zwei Übersetzer: von Englisch auf Thai auf Karen), dass sie und ihr Mann gerne Christen sein würden. Es gibt aber zwei Dinge, die dem im Weg stehen: 1. Als Chef des Dorfes muss ihr Ehemann gewisse traditionelle Rituale durchführen, die mit der Anbetung von Geistern zu tun haben. Es ist ungewiss, was passieren würde, wenn sie sich dagegen wehren würden. In einem so kleinen Dorf und einer so starken "Macht-und-Furcht-Kultur" könnte das sehr unbequeme Folgen haben. 2. In der Kultur der Karen werden solche Entscheidungen mit der ganzen Familie gemacht. Entweder ändern alle ihren Glauben oder niemand. Für mich, der aus einer individualistischen Kultur kommt, ist das sehr schwierig zu akzeptieren. Ich glaube aber auch, dass Gott das für etwas Positives verwenden kann, und ich sehe das Potenzial, dass eine ganze Familie zum Glauben kommen kann. Dafür muss die Familie aber erst mal an einem Ort sein, um das zu besprechen. Im Moment leben aber alle Kinder in verschiedenen Teilen des Landes.“

Das war auf jeden Fall eine Erfahrung. Während das Team täglich bis zu 6 Stunden mit den Kindern gearbeitet hat, habe ich mit den Schülern Einzelgespräche geführt. So konnte ich einen tieferen Einblick in das Team bekommen und hören, wie es jedem Einzelnen geht. Ich konnte aber auch etwas frische Perspektive einbringen, ermutigen, Rückmeldungen geben und ein, zwei Tipps weitergeben. Alles in allem eine sehr schöne und fruchtbare Zeit.


Die letzten drei Wochen

Jetzt seid ihr wieder auf dem aktuellen Stand. Seit Asien bin ich zwar schon 3 Wochen zurück, aber da ich krank war ist da nicht viel spannendes passiert. Die DTS ist seid Samstag wieder hier und haben hier ire letzte Woche, bevor sie wieder nachhause oder weiter in die Mission gehen.

Zukunftspläne

Ich schulde euch noch ein Update über meine Zukunftspläne hier in Neuseeland. Ich habe es schon fast fertig geschrieben und plane es in der nächsten Woche hochladen.

 
 
 

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