Ich ziehe nicht mehr in die Schweiz zurück...
- Jüjü Juillard
- 26. Juni
- 6 Min. Lesezeit

...vielleicht für immer.
Ich habe in den letzten 10 Monaten öfter darüber nachgedacht, wie es für mich ab Juli 2026 weitergeht. Im Prozess habe ich mir diverse Schulen und Universitäten angeschaut und mich auch für eine Lehrstelle beworben. Je länger ich aber darüber gebetet und mir Gedanken dazu gemacht habe, desto mehr wurde mir bewusst, dass dies nicht mein Weg sein wird.

Gott hat mir schon während meiner DTS meinen Einsegnungsvers, Jesaja 52:7, aufs Herz gelegt und mir gezeigt, dass sein Plan für mich schon immer die Mission war. Während meiner ersten DTS als Staff hat mich Gott herausgefordert, mich auf Lebenszeit für die Mission zu verpflichten – was ich natürlich gemacht habe. Ich habe diese beiden Dinge aber sehr offen gehalten, im Wissen, dass jeder Christ dazu berufen ist, Mission zu leben und dass ich auch zu Hause ein Missionar sein könnte.
An der YWAM Ozeanien-Konferenz im November 2024 hat mich Gott dazu aufgefordert, mich für den Pazifik zu verpflichten, ohne genau zu wissen, wann, wie lange, in welchem Land und in welcher Art und Weise. Das habe ich dann vor 850 Leuten getan. Aber auch das habe ich wieder sehr offen gelassen, weil ich ja sowieso nicht wusste, was Gott genau im Schilde führt. Ausserdem liegt der Grossteil meines Lebens ja hoffentlich noch vor mir und niemand weiss, wie lange es dauert, bis ein Versprechen von Gott in Erfüllung geht. Ich weiss immer noch nicht viel mehr als damals. Was ich aber glaube zu wissen, ist das: Für die nächsten paar Jahre, wie lange das dann auch sein mag, soll ich hier in Northland bleiben und auf unserem Campus hier dienen. Was das genau heisst und was danach kommt, halte ich natürlich auch wieder sehr lose und offen. Aber ich habe ehrlich gesagt schon die Vermutung, dass ich vielleicht nie mehr in der Schweiz wohnen werde. Aber wir werden sehen. Vorerst bin ich Vollzeit- und Langzeit-Missionar hier in Neuseeland.
Aber was ist mit Ausbildung?
Wie viele wahrscheinlich wissen, ist mir Lernen und mich Weiterentwickeln sehr wichtig und macht mir unglaublichen Spass, weswegen das bestimmt nicht zu kurz kommen wird. Ich lerne hier im Moment sehr viel aus der Praxis und durch immer wachsende Verantwortungen. Ausserdem absolviere ich hier einen berufsbegleitenden Leiterschaftskurs (Associate of Arts Degree in Christian Leadership) an der University of the Nations, kurz UofN, und beabsichtige, auch weiterführende Kurse und Schulen an der UofN in nicht allzu ferner Zukunft zu besuchen. Darunter wird bestimmt eine der 3- oder 9-monatigen YWAM-Bibelschulen sein. Danach gibt es einige andere Kurse, die mich interessieren, wie zum Beispiel eine Filmschule, eine Schauspielschule, eine Schule für Frontier Mission, eine "Principles of Redeeming Cultures"-Schule und viele weitere interessante Kurse inner- und ausserhalb von YWAM. Welche ich dann schlussendlich besuche, wird sich noch herausstellen.
Okay cool, aber was genau machst du jetzt ab August?
Ich habe meinen Arbeitsvertrag mit YWAM Northland auf unbefristete Zeit verlängert. Ich werde hier weiterhin Jüngerschaftsschulen leiten und Studenten in der Gruppe wie auch eins zu eins durch diese Zeit begleiten und somit andere Missionare zu trainieren, die von hier aus in alle Welt gehen werden. Ausserdem werde ich noch mehr als bisher schon bei der Ausbildung neuer Staff (Mitarbeiter) und ab diesem September sogar von neuen Schulleitern beteiligt sein. Und natürlich werde ich auch weiterhin Einsätze ins Ausland leiten, angefangen mit zwei Einsätzen nach Indien später dieses Jahr. Das Leiten von Einsätzen ist mein absolutes Highlight, sowohl für mich in meiner Arbeit als auch für den Lernprozess und die praktisch gelebte Jüngerschaft mit den Schülern. Angeblich mache ich dabei auch einen guten Job. Deswegen durfte ich kürzlich, neben Barry, unserem Ministry-Leiter, die Rolle eines "Outreach Coordinators" annehmen. Zusammen sind wir campusweit für die Organisation, die strategische Planung und das Training der Einsatzleiter zuständig – sowie mit so ziemlich allem anderen was mit Outreach zu tun hat.
Ihr könnt euch warscheinlich vorstellen, dass ich noch viele Ideen, Träume und Vision habe, sowohl im Pazifik als auch für Whangārei und unsere ganze Northland Region. Ich werde euch also auf dem Laufenden halten.
Dieses Jahr
Ich werde zusammen mit Letitia, unserer Baseleiterin, im September die DTS leiten. Ausserdem werde ich auch bei einigen anderen Sachen mitmachen:
Hui
Im November wird YWAM Northland Gastgeber für das nationale YWAM-Hui (Te Reo Māori für: Versammlung) sein. Hier kommen alle acht Campusse zusammen, um Beziehungen miteinander zu pflegen, Updates von den einzelnen Standorten zu geben, in Workshops Neues zu lernen und gemeinsam Gott zu suchen und anzubeten. Oft sind das auch die Treffen, bei denen Gott zu uns als YWAM Neuseeland spricht und uns neue Visionen schenkt.
Während des Huis schliessen sich fünf Jüngerschaftsschulen zusammen, um am Morgen gemeinsam Unterricht zu haben. Für den Rest des Programms sind wir mit allen anderen zusammen. Diese Woche wird für mich wahrscheinlich sehr voll sein, da ich sowohl Schulleiter als auch Teil der Gastgeber-Base bin und somit wahrscheinlich alle Hände voll zu tun habe. Aber ich freue mich sehr darauf!
Indien
Wir als Campus haben schon lange unerreichte Menschengruppen auf dem Herzen und damit auch vor allem Indien. Da Indien allerdings ein schwieriges Land für Christen ist – sowohl politisch als auch kulturell und geistlich –, wollten wir sicherstellen, dass, wenn wir dort Teams von Teenagern und jungen Erwachsenen hinschicken, das Team von erfahrenen Leitern geleitet wird, die wissen, worauf sie sich da einlassen. Bis jetzt hat sich das nie ergeben, bis eben dieses Jahr, 2026. Jenna, meine Co-Leiterin vom letzten Fiji-Einsatz, hat seit Langem Indien auf ihrem Herzen und auch mir selbst sind die Nation und die Menschen dort ans Herz gewachsen, seit ich meine Familie dort vor zwei Jahren besucht habe. Wir haben nun im August das grosse Privileg, als ein bereits eingespieltes Duo zusammen ein Staff-Team nach Indien zu nehmen, um zu dienen, zu lernen, Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen zu sammeln und den Leuten die Gute Botschaft zu verkünden. Ausserdem dient der Einsatz auch als Training für zukünftige Einsatzleiter nach Indien, vorallem für Jenna aber vielleicht auch für die anderen Jungs die dabei sind. Somit kann ich mich dann hoffentlich bald auch wieder auf den Pazifik fokusieren😁
Das muss aber bis mindestens nächstes Jahr warten, weil im Dezember werden ich und Jenna dann den ersten DTS-Outreach unserer Base seit 10 Jahren nach Indien leiten!
Ich habe weiter unten noch einige Interessante Fakten über Indien und unerreichte Menschengruppen angegeben.
Global Leadership Gathering
Im September findet ein globales YWAM-Leiterschaftstreffen (GLG) in Asien statt. Dort treffen sich Leiter und zukünftige Leiter von YWAM aus der ganzen Welt, um sich eine Woche lang auszutauschen, Gott zu suchen, zu beten, zu visionieren und Kontakte zu knüpfen. Ich würde da super gerne mit einigen anderen hingehen. Ich glaube, das würde uns als Team und auch mir als Person sehr helfen, noch mehr mit der Vision und der Richtung von unserer Organisation verbunden zu sein und am Puls der Zeit zu sein.
Wenn du mich dafür unterstützen möchtest, kannst du das gerne hier mit dem Betreff "Thailand" tun. Ich brauche ca. 600CHF für die Flüge dorthin.
📷 Am Ende habe ich noch einige Fotos von meinem ersten Missionseinsatz in Samoa eingefügt. Das war auf DTS Outreach von meinen Eltern 2008, als ich 6 Jahre alt war😊
Fakten und Definitionen
Unerreichte Menschengruppen:
Quelle: joshuaproject.net
Definition: Eine Menschengruppe mit 5% oder weniger bekennenden Christen UND 2% oder weniger davon Evangelikale.
Eine unerreichte Volksgruppe (unreached people group) ist eine ethnische Gruppe, in der es keine einheimische Gemeinschaft gläubiger Christen gibt, die über ausreichende Zahlen und Ressourcen verfügt, um diese Volksgruppe ohne Hilfe von aussen zu evangelisieren.
Hier handelt es sich natürlich um ein Spektrum. Aber der Begriff „unerreicht“ ist in der weltweiten Missionsgemeinschaftweit verbreitet. Obwohl diese Prozentzahlen gewissermassen willkürlich sind, gilt:
„Wir sollten die Bedeutung einer kleinen Gruppe von Menschen, die die Vision einer gerechten und friedlichen Welt haben, nicht unterschätzen. Die Qualität einer gesamten Kultur kann sich verändern, wenn zwei Prozent ihrer Bevölkerung eine neue Vision haben.“ – Robert Bellah, Institute for Advanced Study in Princeton
10/40-Window:
Das 10/40-Fenster ist das rechteckige Gebiet in Nordafrika, dem Nahen Osten und Asien, das ungefähr zwischen 10 Grad nördlicher Breite und 40 Grad nördlicher Breite liegt. Das überarbeitete 10/40-Fenster umfasst mehrere zusätzliche Länder, die nahe am 10. oder 40. Breitengrad nördlicher Breite liegen und eine hohe Konzentration von unerreichten Volksgruppen aufweisen. Das 10/40-Fenster wird oft auch als „Gürtel des Widerstands“ (oder „Der resistente Gürtel“) bezeichnet und umfasst die Mehrheit der Muslime, Hindus und Buddhisten weltweit.
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Unerreichte in Indien:
2'033 der 2'263 (89,8%) Menschengruppen in Indien gelten als unerreicht. Das umfasst fast 1,4 Milliarden Menschen, 95,9% der Gesamtbevölkerung. 75% gehören sogar einer Frontier-Menschengruppe an, eine noch viel striktere Definition wo es so gut wie keine Christen gibt. Das Joshua Project rechnet aus, dass es ungefähr 29'000 Pionier-Missionare bräuchte, die dort Kirchen pflanzen, um Indien von dieser Statistik zu „befreien".
YWAM's Beitrag (unter anderem):
Mit OMT (Oral Mother Tongue) leistet YWAM einen extrem grossen Beitrag, damit die Bibel in alle Sprachen der Welt übersetzt wird. Es wird geschätzt, dass noch während unserer Lebzeiten alle Sprachen der Welt eine Bibel in ihrer Sprache haben werden (abgesehen davon, dass eine Sprache normalerweise irgendwann eine Erneuerung der Übersetzungen braucht). Das wird das Evangelisieren von unerreichten Menschengruppen deutlich erleichtern, weil es viel persönlicher wird.
Fotos von Samoa 2008
Island Boy Damals unsere ganze Familie Abflugbereit Mama (und ich) am evangelisieren Ich und Papa




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